Flüche im Flammenofen – Juni 2025 in Karlsruhe
Flüche im Flammenofen – Juni 2025 in Karlsruhe
Es war ein brütend heißer Nachmittag in Karlsruhe, Ende Juni 2025. Die Luft flimmerte über dem Asphalt wie in einer Fata Morgana, und du – Feuerwehrmann, Hitzegeschädigter und erklärter Fan vergangener Wetterverhältnisse – standest mit einem kalten Getränk auf dem Balkon und starrtest fassungslos auf das Thermometer: 22,4°C Durchschnittstemperatur für den Monat, das bedeutete eine Abweichung von +2,3 Kelvin gegenüber dem langjährigen Mittel. Ein Rekord, der einem fast persönlich auf die Pelle rückte.
„Das ist doch kein Wetter mehr, das ist eine Strafe!“, murmeltest du, während der Schweiß in kleinen Bächen die Stirn hinablief. Der Ventilator im Hintergrund kämpfte heldenhaft, aber chancenlos gegen die Wand aus Hitze.
„1983 war’s auch heiß – aber da hatte das noch Stil!“, grummeltest du und kramtest gedanklich in den Archiven deiner Kindheitserinnerungen. Damals, so sagtest du dir, konnte man wenigstens noch nachts schlafen. Heute fühlte sich selbst Mitternacht an wie ein Haarföhn im Gesicht.
Deine Kollegen bei der Feuerwehr ächzten ebenfalls – nicht nur wegen der steigenden Einsatzzahlen, sondern auch wegen der „gefühlten Apokalypse“, wie ihr sie scherzhaft nanntet. Der Ausdruck „Brandwache“ bekam plötzlich eine ganz neue Bedeutung.
Und während du über den Klimawandel fluchtest, dabei Eisschublade und Wetterstatistik gleichermaßen durchforstetest, schworst du dir: Wenn das so weitergeht, schreibe ich eine Petition – oder ziehe nach Island.
Bis dahin half nur eins: Meckern, schwitzen – und heimlich hoffen, dass der Sommer 1983 nicht auch bald wie ein kühles Märchen wirkte.

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