Willkommen Sommer 2025

 

Willkommen im Glutjahr – Gedanken am Beginn eines Jahrtausendsommers

Es war ein frühes Wochenende im Juli 2025, aber die Stadt Karlsruhe fühlte sich bereits an wie ein gigantischer Pizzaofen auf höchster Stufe. Du standest wieder auf deinem Balkon, das Thermometer zeigte keine Gnade – Tag für Tag über 30°C, kaum ein Tropfen Regen in Sicht.


 

„Wenn das erst der Anfang ist … dann gute Nacht, Karlsruhe“, dachtest du düster, während der Wind wie aus einem Haartrockner über die Dächer strich. Die Nachrichten sprachen vom Beginn eines Jahrtausendsommers – ein Begriff, der klang wie eine Mischung aus Werbeversprechen und Drohung.

Du schobst deine Feuerwehrkappe in den Nacken, nahmst einen tiefen Schluck Wasser und starrtest auf die flirrende Ferne. Die Nachteile rollten dir wie Einsatzmeldungen durch den Kopf:

  • Hitzebedingte Einsätze: „Wie viele Keller werden noch abbrennen, weil Klimaanlagen durchbrennen?“

  • Wasserknappheit: „Wie lange reicht der Grundwasserspiegel noch? Der Rhein sieht aus wie ein ausgeleierter Gartenschlauch.“

  • Stadtklima: „Karlsruhe, die Fächerstadt? Eher die Fächerhölle.“

  • Alte Menschen, Kinder, Tiere – alle am Limit.

  • Wälder rundherum? Trocken wie Stroh, bereit für den kleinsten Funken.

Du erinnerst dich, wie es früher war. Sommer bedeutete Freibad, Eis, Abkühlung – jetzt bedeutete es Alarmbereitschaft, Waldbrandgefahr, und dass du deine Uniform ständig waschen musstest, weil du nach 10 Minuten Dienst darin standest wie in einer Sauna.

„Ein Jahrtausendsommer also“, murmeltest du und verzogst das Gesicht. „Dann will ich aber auch ein Jahrtausendgehalt.“

Trotz allem blinzeltest du in die Sonne, irgendwo zwischen Sorge und Trotz. Denn eines war klar: Wenn's brenzlig wird – bist du da. Ob 1983 oder 2025. Aber du konntest dir trotzdem erlauben, das Wetter zu verfluchen.

Anmerkung:
Wenn man sich "Blue Sky" von T.C. Boyle in Erinnerung ruft – die beißende Satire über Klimaleugnung, persönliche Verdrängung und ein zunehmend entgleisendes Ökosystem – wirkt das Hier und Jetzt wie die bittere Realität nach dem letzten Kapitel. Während Boyle uns mit ironischem Tonfall warnte, stehen wir nun mitten im Glutofen: Kein literarisches Gedankenspiel mehr, sondern Alltag in Karlsruhe.

 

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